Die Geschichte der Tour de France, dem bekanntesten Radrennen weltweit, ist geprägt von Höhen und Tiefen. In den Neunzigern erfuhr sie durch populäre Fahrer und ausgeprägter medialer Berichterstattung große Popularität. Verschiedene Dopingfälle erschütterten aber das Vertrauen der Zuschauer und führten zu einem Rückgang des Interesses.
Die erste Tour de France fand bereits 1903 statt, das Konzept hat sich seitdem nicht verändert. Schon damals mussten die Fahrer über drei Wochen im Juli Touren absolvieren, die durch ganz Frankreich führten. Genau wie heute waren die Streckenabschnitte ebenfalls von unterschiedlichem Zuschnitt und verschiedener Schwierigkeit. Insgesamt wurden die Leistungsforderungen an die Fahrer aber in den vergangenen Jahrzehnten stark erhöht, das gilt vor allem für Bergetappen. Die Bandbreiten an Tagestouren reicht dabei von flachen Abschnitten, bei denen oftmals ein Großteil des Feldes zeitgleich in das Ziel einrollt. Bei diesen Strecken geht es meist allein darum, wer den Schlusssprint gewinnt und in dieser Kategorie wichtige Punkte für das Grüne Trikot ergattert. Diese Sprinter-Wertung gibt es seit 1953. Ein weiteres Trikot ist das Berg-Trikot: Dieses wurde bereits 1933 eingeführt. Die Berg-Etappen sind auch jene Touren, die wesentlich über den Gesamtsieg entscheiden. Angesichts der Schwierigkeit zieht sich das Feld bei diesen stark auseinander, so dass sich insbesondere hier die Spreu vom Weizen trennt. In dieser Hinsicht sind ebenfalls die Zeitfahr-Wertungen relevant, mit denen Fahrer auch wichtige Sekunden und gar Minuten auf konkurrierende Fahrer gewinnen können. Erfolgreichste Fahrernation in der Geschichte ist dabei Frankreich mit insgesamt 36 Toursiegen. Es folgen Belgien und Spanien. Mit Jan Ullrich gewann bisher nur ein deutscher Fahrer den Gesamttitel. Erfolgreicher waren Deutsche in der Sprinter-wertung.
In den vergangenen Jahren gewannen aber zunehmend negative Schlagzeilen die Oberhand in der Medienberichterstattung. Grund dafür war eine Vielzahl an Doping- und Verdachtsfällen. Die Zuschauer mussten dadurch den Eindruck erhalten, dass es sich nicht um einzelne Sünder handelte, sondern stattdessen um systematisches Doping zumindest in der Leistungsspitze. Hier wird ein grundsätzliches Problem des Spitzensports offenbart: Zum einen fordern die Zuschauer zwar Höchstleistungen und immer neue Rekorde, zum anderen möchten sie aber auch, dass es unter den Teilnehmern fair zugeht. Angesichts der hohen Leistungsanforderungen lassen sich einige Sportler und ganze Teams dazu hinreißen, den Punkt der Fairness außer Acht zu lassen. So traf das auch auf den bekannten deutschen Radfahrer Jan Ullrich zu: Sein Dopingfall war ein harter Schlag für das deutsche Publikum und führte zu einem deutlichen Verlust an Interesse der Tour de France, was sich zum Beispiel an den Einschaltquoten niederschlug. Seit einiger Zeit versuchen die Veranstalter des Radrennens daher alles, um Doping zu bekämpfen. Die zahlreichen überführten Dopingsünder sind einerseits Indiz dafür, wie weit verbreitet das Problem ist – Es zeigt aber auch, dass die verschärften Dopingkontrollen Erfolge zeitigen. Jeder, der zu Dopingmitteln greift, muss damit rechnen, entdeckt zu werden. Das ist eine positive Entwicklung im Radsport und dürfte auch dazu führen, dass die Tour de France wieder an Glaubwürdigkeit und damit auch an Attraktivität gewinnt.
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